Wechselobjektive - wozu ?

  • Wenn man das erste mal einen Camcorder in Full HD oder aber auch 4 K zur Verfügung hat, dann wird man vermutlich von der Schärfe und Farbtreue überwöltigt sein (zumindest bei mir war das so) - wobei es doch gewisse Einschränkungen gab oder gibt, die indes - wie ich sofort erkannte nicht dem Objektiv anzulasten waren. Auf diese anderen Fehle komme ich später nochmals zurück.


    Aber zurück zur Optik: Da wird ein Zoom-Objektiv mit 10 fachem, 20 fachen und mehrfacham Zoombereich in die guten Stücke eingebaut - mit guter Lichtstarke (1.8 oder 2,8) oft auch gleitend und einer guten Schärfeleistung. Da Prangt dann der Name eines renommierten Optikherstellers auf de Kamera. Natürlich mit Autofocus und Bildstabilizer.


    Einfach draufdrücken und los gehts. Die Ergebnisse sind in der Regel so, wie es sich der Urlaubs- und Familienfilmer erwartet: Scharf, verwacklungsfri und (dank diverser Programmautomatiken - richtig belichtet.


    Kleinere Manko gäbe es da schon zu beanstanden, etwa, daß man in vielen Räumen zu nah drann am Motiv ist.

    Neuere Camcorder vermeiden auch dieses Manko EINIGERMASSEN - und es schaut doch anders aus als im Kino......


    Warum das ?


    Fortsetzung folgt

  • und es schaut doch anders aus als im Kino......


    Warum das ?

    Nun - wenn man sich eine Weile damit befasst, dann wird man mit dem techniscen Aspekt der SENSORGRÖSSE konfroniert.

    Man ist zunächst überrascht - denn als man seinen Camcorder gekauft hat, da war man mit zahlreichen technischen Daten überhäuft worden - "Sensorgröße" war in der Consumerklasse indes nicht wirklich erwähnt. Sie sind in der Regel recht klein und haben dadurch gewisse Eigenschaften.

    Die Tiefenschärfe ist verhältnismäßig groß, soll heissen - wie schon weiter oben angeführt, Scharfstellen ist kein Problem - nicht nur weil das meist über Autofocus geschieht, sondern eben auf Grund der des großen Tiefenschärfenbereichs, eine Kombination von kleinem Sensor UND eher nicht allzu lichtstarken Optiken.

    Nun hat man erfahren, daß ein größerer Sensor sind in Punkto Tiefenschärfe anders verhält, als eine kleiner, die Tiefenschärfe ist nämlich theoretisch geringer. Damit könnte man das Hauutmotiv besser "freistellen" oder einfacher ausgedrückt, das Motiv auf welches man scharf stellt, der Hintergrunf (oder Vordergrund) wird indes unscharf.

    Ehrlich gesagt ist der Effekt mit einem sogenannten 1 Zoll sensor kaum merkbar. Und wieder stellt sich die Frage ncah dem Warum-

    Ein größerer Sensor benötigt ein Objektiv, welches einen größeren Bildkreis möglichst fehlerfrei "ausleuchtet" Solche Objektive sind schwerer, schwieriger zu konstrueieren - und - teurer. Vor allem dann, wenn solch ein Objektiv noch dazu einigermaßen lichtstark sein soll. aus diesem Grund verbaut man in solchen Fällen, die eine Lichstärke von etwa 2.8 aufweisen. Wenn ein Objektiv nicht ganz so lichtstark sein muß, dann wird die Qualität bei offener Blende besser (Kontrast, Schärfe, Chromatische Abberationen)

    Leider ist aber dann auch der Vorteil der geringeren Tiefenschärfe verloren gegangen.

    Und so entschliesst man sich eines Tages zum Ankauf einer "Cine-Camera"

    Diese ist größer, schwerer (und TEURER) und verfügt über einen großen Sensor, sowie Die Möglichkeit das Objektiv zu wechseln.


    Was bedeutet das ?

    Die Kamera muß größer sein, weil

    a) der Sensor größer ist (üblicherweise ein Super 35 Sensor)

    b) all die vielen Knöpfe und Schalter untergebracht werden müssen.

    c)Die Objektive werden auch unhandlicher und schwerer. (und teurer)


    ...uund was man gewinnt und was man verliert

    das erkläre ich im nächsten Beitrag

  • Cinecameras sind wesentlich teurer als die üblichen Camcorder. Und der Hauptgrund warum ich mir eine gekauft habe war die Möglichkeit aus einer Palette von Objektiven wählen zu können - und natürlich der größere Sensor. Meine Canon C200 besitze einen sogenannten Super 35 Sensor. Der Name ist historisch bedingt. "35", weil die Sensorgröße in etwa der eines Einzelbildes beim 35mm Kinofilm entspricht. Und Super, weil er in wirklichkeit etwas größer ist, da der Platz der beim herkömmlichen Lichttonfilm für die Tonspur benötigt wurde hier für das Bild nutzbar ist.

    Da man nach dem Kauf der Kamera finanziell ohnedies ausgeblutet ist - und auch aus anderen Gründen, entscheidet man sich in den meisten Fällen für ein sogenanntes KIT-Objektiv. Das ist ein Objektiv, welches im Verbund mit einer bestimmten Kamera merkbar günstiger ist, als wenn man es einzeln kaufte.

    Kit- Objektive weisen meist eine gute Mittelklasse-Qualität auf, zählen aber nur selten zu den Meisterleistungen der Optikkonstruktion (das wird unterschiedlich kritisch bewertet.

    Das zur C 200 angebotene Objektiv ist das Canon 24-105 mm Objektiv mit Lichtstärke 1:4 . Autofocus-Fähigkeit und integriertem Bildstabilisator. ein Alleskönner sozusagen, alltagstauglich und robust, Version II aus der L-Serie, die staub- und wassergeschützt ist.

    Die L Serie erhebt den Anspruch "professionell" zu sein. Ich widersprech hier nicht.


    Nun macht der Kunde ide ersten Aufnahmen und ist - je nach Erwartungshaltung. - begeistert - zufrieden - oder leicht enttäuscht.

    Fortsetzung folgt

  • Ich habe zahlreiche Bewertungen der Canon C200 gelesen, zahlreiche Footage-Beispiele gesehen (darunter teilweise grauenvolle - dazu später)

    Und ein oder zweimal hatte ic gelesen, daß die Auflösung zwar gut, aber doch ein wenige enttäuschend sei - gemessen am Anspruch der Kamera.

    Bei solchen Beurteilungen bleibt man gelegentlich ratlos zurück.

    Das erste Licht in Dunkel kam, als ich mich entschloss ein sehr günstiges Fixbrennweitenobjektiv zu kaufen - und zwar wegen der Lichtstärke- Ich war sehr skeptisch, weil das Objektiv sehr preiswert war, kaufte es aber doch. Es handelte sich um das canoneigene Objrktiv 1:1,8/ 50 mm. Die höhere Lichtstärke gibt einem mehr Freiheit in Bezug auf Licht einerseits - und in Bezug auf die Regelung der Tiefenschärfe andrerseits, soll heissen man kann bei weit offener Blende den Hintergrund verschwimmen lassen.

    Nachteil ist hier daß dieses Objektiv über keinen eingebauten Bildstabilisator verfügt, man muß also vom Stativ aus arbeiten.

    Aber isch hatte sofort erkannt, daß dieses Fixbrennweitenobjektiv geringfügig - aber doch sichtbar schärfer zeichnete und besser ausflöste als das "Universalzoom", wenngelich aus der vielgerühmten "L" Serie

    Und hier zeigt sich nun der Unterschied der jeweiligen Aufgabe. Bei Hochzeiten, Urlaubsfilmen Reportagen wird kein Weg am "Universalzoom vorbeiführen, das mit Bildstabilisator ausgestattet ist und wo auch der Autofocus gute Ergebnise bringt - speziell die Canon Cinecameras sind hier federführend. Abgesehen davon stelle ich die Schärfe üblicherweise dennoch lieber manuell ein.

    So habe ich gesehen, daß die alte Regel "Festbrennweiten sind lichtstärker, kontrastreicher, besser auflösend, schärfer und haben weniger optische Fehler wie z.B. Chromatische Aberationen, oder tonnenförmige oder kissenförmige Verzerrungen, ebenso wie Randabschattungen und Schärfeverluste den Rändern zu." noch immer Gültigkeit hat. Die Unterschiede sind nicht gigantisch aber IMO doch sichtbar.

    Das gilt natürlich nur bei vergleichbarem Konstruktionsaufwand.

    So folgte das 35 mm Ojektiv von Canon (NICHT aus der L Serie) das sich mit ca 500 Euro zu Buche schlug., also etwas das fünffache des 50 mm Objektivs kostete.

    dafür verfügt es über einen Bildstabilisator. Der Crop Faktor all dieser Objektive in Verbindung mit einer Kino-Kamera mit Super 35 Sensor ist ca 1.6 gemessen am Kleinbildformat 24 mal 36 mm. Wobei das nur die halbe Wahrheit ist. Es sagt lediglich aus, daß der Bildausschnitt eines 35 mm Objektivs von beispielsweise 24mm an der Kinokamera in etwa dem eines 38 mm Objektivs an einer Vollformat-Photokamera entspricht. Die darstellung der Pespektive ändert sich indes NICHT, sodaß es eigentlich nicht möglich ist identische Bedingungen zu schaffen. Das ist aber auch nicht notwendig, dann die perspektivische Darstellung entspricht in etwa der eine klassischen Kinokamera, wenn man die selbe Brennweite verwendet.


    Fortsetzung folgt


    mfg aus Wien

    Alfred

  • Aus dem vorergehenden kann man eone Menge herauslesen - und auch hineininterpretieren.

    Und gelegentlich macht man auch Kompromisse, Ein solcher war der Erwerb des Canon Zoomobjektivs 10-18 mm 1:4.5/1:5,6

    Das Objektiv ist nur für APS-C Sensor geeignet, nicht für Vollformat 34mal36. EIGENTLICH auch nicht für den Super 35 Densor, der in den Maßen geringügig vom APS C Format abweicht, aber die Canon C200 Kinokamera hat einenSpezialmodus der das Problem löst.

    Warum nun DOCH ein Zoomobjektiv, noch dazu ein weitwinkeliges. Genau hier ist die Frage schon beantwortet. Nur wenige Ojektive sind so weitwinkelig wie dieses.

    Zu den weiteren Vorzügen dieser Optilk gehört ein moderater Preis, geringe Abmessungen und ein geringes Gewicht. Das optische Endergebnis ist eigentlch überraschend gut. Und vor allem brimgt man Plätze und Räume unter, die mit keiner anderen Optik so dargestellt werden können. Für die Fotografen und Besitzer einer Vollfomat Kamera:

    10 mm Anfangsbrennweite entspricht etwea einem 16 mm Objektiv - und das noch dazu OHNE Fischaugenverkrümmung.

    Darüber hinaus ist das Objektiv mit einem Bildsatbilisator ausgestattet - TOLL

    Also - Alles Palletti ? - keine Spur

    Um die Qualität bemn günstigen Preis und kleinen Ausma0en einigermaße gewährleisten zu können zahlt man den Preis der geringen Lichtstärke

    Im Freien mag das ja angehen, wenngleich eine geringe Tiefenschärfe - ohnedies ein Problem bei WW OBjektiven nicht mehr erreichbar ist.

    Schlimmer ist es im Innenraum. Das vorhandene Licht reicht vone und hinten nicht, Man muß also - so man es hat - viel Kunstlicht einsetzen. Das kann zu Protesten bei den Darstellern führen, mann kann fast blind werden von soviel Lixht. Alternativ kann man auch die Sensorempfindlichkeit erhöhen, was im Extremfall zu Bildrauschen führt.

    Mich stört Bildrauschen nicht besonders -natürlich eine Dosierungsfrage.

    Im nächsten Beitrag gibt es dann eine weitere Lösung, die teuer und schwieriger zu realisieren ist, aber im Idealfall zu perfekten Ergebnissen führt.


    mfg aus Wien

    Alfred

  • Irgandwann hatte ich dann die "perfekten" Objektive (für mich) entdeckt - vorerst im Weitwinkelbereich

    Es handelt sich um die "Art-Serie" von Sigma

    Ich begann mit dem 24mm 1:1.4

    Eigentlich hatte ich ja die Brennweite 24 mm bereits in meinem 24-105 Canon Zoom der L Serie (II)
    Warum dann ein weiteres Objektiv ?

    Nun- das 24 mm Zoomobjektiv verfügt über die Lichtstärke 1:4 - ist also 3 BLENDEN lichtschwächer - Das einspricht einem Unterschied von 8 facher Lichtempfindlichkeit

    das 24 mmObjektiv entspricht auf einem Super 35 Sensor etwa dem Bildausschnitts eines 36 mm Objektivs (~35mm) - ist also an der Filmkamera ein leichtes Weitwinkel


    Fassen wir zusammen

    Gewinn von 3 Blendenstufen

    daraus resultierend Gewinn eines niedrigen Tiefenschärfenbereiches

    Das bedeutet - auch im Weitwinkelbereich die Freistellungsmöglichkeit des Hauptobjekt vor verschwimmendem Hintergrund

    Und ab hier wirkts dann "cinematisch"

    ideal für Nachtaufnahmen


    generell schärfer und kontrastreicher als das Zoomobjektiv (natürlich nur Nuancen - aber sichtbar)

    ---------------------------

    Kommen wir zu den Nachteilen

    Kein Bildstabilisator.

    Hier ist das Canin Zoomobjektiv unter Umständen überlegen, die schwächere Blende gibt mehr Tiefenschärfe und ab Blende 5.6 bzw 7.0 ist das Zoom Top

    und man braucht sich (bei Reportagen) auch keine Sorgen um eine Eventuell leicht falsch eingestellte Schärfe machen - ein "Traktor" gewissermaßen

    Leichte Wakler werden ausgeglichen


    Der fehlende Bildstabilisator spielt bei "szenischen" Aufnahmen (Spielfilm) wo ein Stativ verwendet wird - keine Rolle.

    Es wird auch immer wieder behauptet, ein Bildstabilisator schütze zwar gegen verwackeln, bringe aber auf hohem Niveau - bei Verwendung eines Stativs weniger schärfe.


    Sigma Objektiven wird auch nachgesagt, sie würden im Autofocus-Modus nicht exakt funtionieren. Darüber kann ich nicht schreiben, da ich zum Großteil manuell einstelle.

    Canon c 200 hat zwar ein vilegelobtes Autofocus-System - jedoch - selten aber doch - macht es Fehle. Blöd nur, wenn das seltene Ereignis grade bei einer unwiederholbaren Aufnahme passiert und man es erst später bemerkt.


    Man mag einwenden, wozu man ein Objektiv mit Autofocusmöglichkeit kauft und sie dann nicht benützt.

    Aber die Cine-Objektive haben das auch nicht und sind NOCH teurer als das Sigma

    Das Sigma ist eigentlich ein Vollformatobjektiv. Das bedeutet für mich, daß eventuell nocvh vorhandene leichte Randunschärfen oder chromatische Abberationen ebenso kein Thema für mich sind, wie Vignettierung weil ja nur der Mittelteil des Objektiv verwendet wird. Durch den weiteren Wegfall des oberen und unteren Randes - wenn man - wie ich - Breitwandaufnahmen macht ist man dann schon beim Luxus angelangt.


    mfg aus Wien

    Alfred

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