Kinematographie von „Joker“

  • Für mich persönlich war „Joker“ (2019) gleich in mehrere Hinsicht einer der Filme der letzten Jahre. Woran lag das? In erster Linie, weil er gerade nicht einer dieser typischen Marvel-Superhelden-Filme war.


    Auch wenn mir Superhelden-Filme wie X-Men, Fantastic Four oder Iron Man sehr gefallen haben, stach „Joker“ doch aus der großen Masse der vielen Comic-Verfilmungen hervor. Der Film war mehr eine Charakterstudie eines Außenseiters, der Film porträtierte das einfache Leben eines Mannes am Rande der Gesellschaft. Dann gab es noch eine wirklich eindrucksvolle Kinematographie, die Maßstäbe gesetzt hat.






    Falls der Bereich hier falsch sein sollte, bitte verschieben.

  • Ja - das ist schon sehr aufwändig

    Mir gefällt die Farbregie ganz besonders.

    In meinem Film wird sie eher sparsam eingesetzt, weil da eigentlich ein eigener Fachmann kontrollieren sollte - und den habe ich nicht.

    Aber einige Szenen habe ich dennoch farblich - wenn auch geringfügig - Verfälscht oder korrigiert.

    Weil ich arbeite auch mit CLog 3, wo die Farbsättigung sehr gering ist - und man muß (oder kann - je nach Betrachtungsweise) sich alles selber Mischen

    Bei mir sind es die Szenen mit Jolanthe der Wahrsagerin

    jene im Boot auf der alten Donau (hier wurde ein wenig die "golden Hour genutzt) -NICHT im TRAILER enthalten

    jene des Nachts auf der Schemerlbrücke -NICHT im Trailer entgalten


    Aber es besteht die Absicht in Zukunft etwas mehr mit Farbverfremdung zu Arbeiten. Hier wäre theoretisch eine C 300 MK III von Vorteil, weil man statt mit 16 Millionen Farbtönen mit einer Milliarde arbeiten kann.

    Bei moderaten Farbänderungen ist der Unterschied - auch wenn Canon gern das Gegenteil behauptet - kaum bis gar nicht zu sehen - vermutlich bei krassem Color Grading vielleicht schon.(?)


    mfg aus Wien

    Alfred

  • Ja, die Szene mit Deiner Wahrsagerin und die am Fluss mit der Abendsonne kann ich mir gut vorstellen. In solchen Szenen kann man so etwas auch ausnutzen.


    Na ja, was ich technisch bei Joker sehr interessant fand, ist, wie sie dort mit Licht, Schatten und Farben gearbeitet haben. Das sieht man auch am Ergebnis im vierten (Amazing Shots of Joker) verlinkten Video. Wirklich tolle Aufnahmen. Der Film und die Story sind natürlich Geschmacksache.

  • Nun - auch wenn diese Thrmen nicht die meinen sind - so ist die Machart doch bemerkenswert. Sind das eigentlich noch Amateurprojekte oder Indi- Produktionen ?

    Die Grenzen sind ja fliessend.

    Was mich aber beeindruckt ist, die Machart, bzw Speziallösungen, die mir Anregungen verschaffen werden. Allerdings in abgespeckter Forn, da ich keine Action Filme drehe.

    Wie man das mit dem Regen gezaubert hat, das hatte schon Klasse. Ich bae deb Eindruck - er muß nicht stimmen - daß Szenen mit echtem Regen mit künstlichem gemischt wurden und das ganz den durch den Ton zu einer glaubhaften Einheit verschmolzen wurde. (??)

    Man agiert sehr geschickt un mutog mit Schärfe/unschärfe - etwas das ich mich nicht in dieser Form trau, denn wenn da was schief läuft muß man wiederhoeln. Und diese Möglichkeit havbe ich üblicherweise nicht.


    mfg aus Wien

    Alfred

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  • Sind das eigentlich noch Amateurprojekte oder Indi- Produktionen ?


    „Joker“ und dieser „Batman“ sind Filme aus Hollywood. Also Multimillionen-Dollar-Produktionen. Es ging mir in erster Linie um die Kameraarbeit, wie der Thread-Titel auch schon sagt.


    Wie die das mit dem Regen gemacht haben, weiß ich nicht. Aber realer Regen kann man da fast schon ausschließen.

  • Es ist auf jeden Fall interessant

    Persönlich frage ich mich, was an einem solchen Film Millionen kostet, aber natürlich habe ich eine ganz grobe Vorstellung. (DArüber werde ich an anderer Stelle ne,mnächst im Forum schreiben.

    Und gerade deshalb kann man eine Menge lernen.

    Einiges ist natürlich nicht realisierbar, manches indes - mit einigem Aufwand schon.

    Ich frage mich, was man da für eigenartige Artfakte in 0:33 .. 0:34 sieht.

    Der Regen" ab etwa 2:21 ist definitiv keiner. Das sind IMO Particles.

    Mit geht es hier nicht ewa darum, zu beweiseen wo hier getricks wurde - und wo nicht, sondern darum, festzustellen wie weit man gehen kann - unde wie weit die Profis gehen - ohne daß jemand das tricksen bemerkt.

    Mit Particles arbeiten ist für ausgebildete Kleinstudios die ein After Effects Abo haben, dann möglich, wenn es da einen Spezialisten dafür gibt.

    Aber selbst das hat mich nicht wirklich überzeugt - von Billig- oder Gratisproduken mal ganz zhu schweigen.

    ABER ich habe gesehen WIE man es so überzeugend machen kann, daß im Veralufe des Filmes alles überzeugend wirkt.

    und TEILWEISE ist es auf meine Filme anwendbar, so ich mit die Mühe mache . Zum einen ist es notwenig ECHTE Regenszenen mit einzubinden, mit getricksten zu mischen und auch mit solche, wo es gar nicht wirklich regnet. Hier Kann man einerseits Regenschrme besprühen und den Rest in der Unschärfe versinken llassen

    Unschärfe ist übrigens ein Kunstkiff ,dessen sich professionelle Produktionen gern bedienen, vor allem solche im Cinemascope. Großformatbereich.

    Dem weiche ich weitgehend aus, abgesehen davon, daß es mit herkömmlichen Sensorgrößen schwieriger - aber möglich sit. Mehr dazu im technischen Bereich....

    Hingegen habe ich festgestellt, daß hier der Ton NOCH exzeessiver eingeswetzt wird als bei mir (In meinen Traileren nicht bemerkbar, weil dort nicht vorhanden....)


    mfg aus Wien


    Alfred

  • Hollywood-Filme haben meistens einen Abspann, der an einer Gedenktafel aus dem Zweiten Weltkrieg erinnert. Da haben hunderte Menschen dran mitgewirkt, vom Elektriker bis zur Putzfrau. Dann kommen noch die Gehälter und Gagen für Schauspieler und Regisseur/Drehbuchautor usw.


    Ich habe das Video auch auf dem großen Smart-TV gesehen. Mir schien die Qualität nicht besonders gut zu sein. Einige Stellen schienen Artefakte zu haben.


    Ich denke mal, dass original Regen immer besser ist. In den meisten Fällen kann ein Filmteam darauf aber nicht warten. Bei verschneiten Landschaften mag das anders sein, besonders wenn zu einer bestimmten Jahreszeit gedreht wird.


    Dein Trick mit dem Besprühen von Regenschirmen finde ich gut. Ja, solche Kniffe sind sehr kreativ. Als Independent-Filmer muss man erfinderisch sein.

  • Ein "Problem" wie ich es sehe, ist, daß man die Kosten beim Film KÜNSTLICH hoch hält.

    Film war immer unerschwinglich teuer. Die Anzahl der Filmgesellschaften, die im 20. Jahrhundert in den Konkurs schlitterten ist Legion.

    Aber seit Einführung der Digitaltechnik haben sich die reinen Materialkosten wesentlich verebilligt. Ich kann eine Szene mehrfach drehen, ohne dass Material vernichtet wird.

    Alles lässt sich beliebig oft löschen. Die Sensoren sind lichtempfindlicher, als es die alten Negativflme waren, Es gibt kein Kopierwerk, wo aus die Filme entwickelt werden mussten und auf Positive umkopiert. Das eventuell mehrmals, wenn die Farbe nicht gefiel.

    Aber den Filmschaffenden ist immer wieder was eingefallen um die Kosten und den Aufwand hoch zu halten

    Es muss ja geradezu ein Horror für einige gewesen sein, zu erfahren, daß Leute es zustandebrachten mit Smartphons Spielfilme zu realisieren, die dann auch noch erfolgreich waren....


    ich erinenre mich an meine Kindheit, wo ich bei zwei Schulfimen fürs Fernshen als Kleinstdarsteller eingesetzt war, der erste noch in SW und ohne Originalton, der zweite dann mit geblimpter Arriflex mit Ton und in Farbe. Da konnte ich aus nächster Nähe etliches sehen, was dem normal sterblichen verborgen bleibt. Welch sinnloser Aufwand da getrieben wurde.....


    Mfg aus Wien

    Alfred

  • ich erinnere mich an meineKindheit, wo ich bei zwei Schulfimen fürs Fernsehen als Kleinstdarsteller eingesetzt war, der erste noch in SW und ohne Originalton, der zweite dann mit geblimpter Arriflex mit Ton und in Farbe.

    Existieren die Filme noch? Oder das Material?


    Es gibt ja durchaus Filme, die mit einem Smartphone gedreht wurden.


    [Zitat] Oscarpreisträger Steven Soderbergh hat mit „Unsane - Ausgeliefert“ einen ganzen Film auf einem iPhone gedreht.


    Ob das jetzt ein herkömmliches iPhone war, ohne zusätzliches Objektiv usw., sei mal dahingestellt. Noch kann kein Smartphone mit einer richtigen Filmkamera mithalten. Auch wenn die Aufnahmen von Smartphones schon sehr gut sind. Dass Hollywood-Filme meistens besser aussehen als deutsche Filme, hat seinen Grund. Vom Film-Look her. Das bemängeln sogar viele deutsche Zuschauer. Aussagen wie, ich erkenne sofort einen deutschen Film, hört und liest man immer wieder. Die Amerikaner haben übrigens viel mehr Technik. Auch was Lichtsetzung betrifft. Da stecken sie viel mehr Geld rein - was man auch an den Filmen sieht. Vom Look und der Optik sehen US-Filme fast immer besser aus.


    Es gibt natürlich Ausnahmen. Der hier, ist meiner bescheidenen Meinung nach, ein Film, der international mithalten kann. Was man von vielen deutschen Produktionen nicht sagen kann.



    Optisch und technisch ist der Film einfach gut. Auch die Wahl was schwarz-weiß betrifft.

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  • Existieren die Filme noch? Oder das Material?

    Spät antworte ich - aber doch. Eine meiner Schwächen ist, Antworten und auch Drehbuchtexte blitzschnel im Kopf zu konzipieren - und dann vergesse sie niederzuschreiben.

    Die Filme werden mit an Sicherheit grenzender Wahrschinlichkeit nicht mehr existieren - sie waren fürs Schulfernsehen. Der zweite war noch dazu in Farbe, was bedeutet, daß die Farben sämtlich verloren wären, denn Gelegenheitssproduktionen werden nicht in Kühlkammern archiviert, wie (beispielsweise) "Vom Winde verweht.

    Ob das jetzt ein herkömmliches iPhone war, ohne zusätzliches Objektiv usw., sei mal dahingestellt

    Beim IPhone gibt es kein "zusätzliches Objektiv, das ist technisch nicht machbar....


    Noch kann kein Smartphone mit einer richtigen Filmkamera mithalten. Auch wenn die Aufnahmen von Smartphones schon sehr gut sind.

    Das ist kein technische Problem, sondern ein konzeptionelles

    Dass Hollywood-Filme meistens besser aussehen als deutsche Filme, hat seinen Grund. Vom Film-Look her. Das bemängeln sogar viele deutsche Zuschauer. Aussagen wie, ich erkenne sofort einen deutschen Film, hört und liest man immer wieder. Die Amerikaner haben übrigens viel mehr Technik.

    Zu Diesem Thema werde ich - weil es so interessant ist - einen eigenen Thread starten - Dort wird über Cineastischen Look - und derlei geschrieben...


    Und auch, warum der bei amerikanischen Filmen so ausgeprägt ist.....


    Und auch warum meine Filme sowas nie erreichen werden. Technik ist hier nicht das allergrößte Problem....



    mfg aus Wien

    Alfred

  • Ich bin baff. Wozu kaufe ich dann Obektive, die pro Stück ein knappes Kilo wiegen und zwischen 700 und 1500 Euro kosten ?

    So gesehen wäre ein Smartphon dieser Art als Zweitkamera interessant - ABER soweit mir bekannt gibt es bislang keines mit 50 Bildern pro Sekunde. (?)

    LG aus Wien

    Herr Wolf macht ja recht geschickt Werbung für seine Produkte...

    Alfred

  • Ich denke mal dass zwischen einem Smartphone und einer richtigen Filmkamera noch immer ein Unterschied besteht. Besonders in der Qualität der Bilder, wenn man sie genau unter die Lupe nimmt und ein versierter Kameramann ist. Eine mehrere Tausend Euro Kamera ist noch mal was ganz anderes.


    Sicherlich kann man auch mit einer billigen Kamera oder auch Smartphone einen Film drehen.


    Heutzutage gibt es viel Zubehör für Smartphones.


    Für eine Person die ein Making-of begleitet wäre so eine Ausrüstung sicher von Vorteil.

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